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Zum Begriff der Körperstruktur |
Wenn der Autor einer Homepage über ägyptische Kultur kein Ägyptologe oder Kunsthistoriker, sondern Praktizierender einer pädagogisch orientierten Körperbehandlung ist, so mag das auf den
ersten Blick verwundern. Ich praktiziere seit 1983 die Rolfing-Methode
der “Strukturellen Integration”, bei der es um die Verbesserung der strukturell bedingten Körperhaltung und -bewegung geht.
Begründerin dieser Methode war die amerikanische Biochemikerin Dr. Ida Rolf (1896-1979) 1
). In jahrzehntelanger Arbeit untersuchte sie theoretisch wie praktisch die Organisationsprinzipien des menschlichen Körpers, die sich aus seiner Beziehung zur Erdanziehungskraft herleiten.
Die Einführung in diese Thematik verschafft uns das nötige Handwerkszeug, um Kunstwerke unter körperstrukturellen Gesichtspunkten analysieren zu können.
Der Begriff „Struktur“ bezeichnet die wechselseitige Beziehung zwischen den Teilen einer komplexen Wesens-Einheit. Es geht also um das Organisationsprinzip der Teile dieser Einheit. Handelt
es sich um physische Wesenheiten, zu denen auch der Mensch gehört, so beinhaltet der Strukturbegriff die drei Dimensionen des Raumes und damit die Beziehungen zwischen diesen Dimensionen.
Jede physische Wesenheit, also auch der Mensch, stellt gleichzeitig ein Energiefeld dar. Deshalb äußert sich Struktur in Verhalten. Beim Menschen z.B. in Haltung, Bewegung, im Denken, Fühlen und
Handeln. Der Vielfalt der Bewegungsabläufe und Haltungen eines Menschen liegen also bestimmte räumliche Muster zugrunde. Diese Muster bilden die Struktur, d.h. die individuelle und spezifische Form seines Körpers.
Alle physischen Wesenheiten bzw. ihre Struktur stehen in einer engen Wechselwirkung mit der Erdanziehungskraft. Sprechen wir also über die Struktur des menschlichen Körpers, so geht es nicht
allein um die räumlichen Beziehungen seiner Teilstrukturen zueinander, sondern auch um die Beziehung des Körperganzen, also seiner Gesamtstruktur, zur Schwerkraft. Die Schwerkraft wirkt auf unseren
Organismus ein ganzes Leben lang, sie formt oder verformt ihn; je nachdem, wie optimal unsere Körperstruktur ihr angepaßt ist oder nicht. 2
) Wie müssen sich aber nun die Teile des Körpers räumlich zueinander verhalten, damit die
Schwerkraft ihn nicht deformiert, sondern eine positive Ordnungsfunktion übernimmt, sodaß sich die Struktur des Menschen an ihr orientieren und aufrichten kann?
Für die Beantwortung dieser Frage gibt es ein klares Kriterium: Ist der Körperbau so beschaffen, daß er mit dem geringstmöglichen muskulären Kraftaufwand stehen, gehen, sich bewegen kann? Je
ökonomischer also die Bewegungsmuster eines Menschen, desto idealer ist seine Körperstruktur. Wir empfinden dann seine scheinbar mühelosen Bewegungen als graziös, als anmutig.
Kaum ein Mensch hat sich bis jetzt so intensiv mit der Prägung der Körperstruktur durch die Schwerkraft beschäftigt wie die amerikanische Biochemikerin Dr. Ida Rolf. Neben ihrer
wissenschaftlichen Erforschung physikalischer und chemischer Eigenschaften des Bindegewebes hatte sie jahrelang Yoga und andere Methoden studiert, die Form und Flexibilität des Körpers fördern.
Sie untersuchte den Zusammenhang zwischen Körperform und Schwerkrafteinwirkung und fand heraus, daß das Bindegewebe, vor allem die Faszien (Muskelhäute), dem Körper seine Gestalt
verleihen. Das Bindegewebe, welches den ganzen Körper wie ein dreidimensionales, kontinuierliches Netzwerk umgibt und innerlich durchzieht, bestimmt nämlich durch seinen jeweiligen Spannungszustand
die Stellung der Knochen und der Körperteile zueinander. Die Faszien sind auch grundlegend für die muskuläre Balance im Körper, also für ein ausgewogenes Spannungsverhältnis zwischen verschiedenen
Muskeln. Ida Rolf bezeichnete deshalb das Bindegewebe als ,,Organ der Struktur“. Das Bindegewebe ist in seinen räumlichen Beziehungen und Spannungsverhältnissen plastisch und
formbar. Diese Tatsache ist einerseits ursächlich für Strukturveränderungen negativer Art. Andererseits kann man die Formbarkeit des Bindegewebes für positive Wandlungsprozesse nutzen.
In jahrzehntelanger Arbeit entwickelte Ida Rolf eine bestimmte Art der Bindegewebsbehandlung, verbunden mit einer sensibilisierenden Unterweisung des Körperbewußtseins über das Nervensystem,
die es ermöglicht, die Körperstruktur systematisch in Richtung auf ein optimaleres Gleichgewicht zu beeinflussen. Ihre Behandlungsmethode nannte sie ,,Strukturelle Integration“, heute nach ihrem Namen meist Rolfing®
genannt. 3) Zur Veranschaulichung ihres Konzeptes wählte Ida Rolf ein
Klötzchenmodell (Abb.). Es stellt die verschiedenen Segmente des Körpers dar. Wenn die Schwerpunkte der Segmente bei stehender Haltung des Menschen senkrecht übereinander angeordnet sind, ist die sie verbindende
Vertikalachse des Körpers nahezu identisch mit der Schwerkraftlinie. Die Stützkraft, also der durch den Boden hervorgerufene - ebenfalls vertikal gerichtete - Gegendruck gegen das Körpergewicht, neutralisiert in diesem
Fall die Schwerkraft. Weil somit also die Richtung der Stützkraft vom Boden her zusammenfällt mit der Schwerkraftlinie des Körpers, braucht der Mensch nur wenig aktive Muskelkraft, um sich aufrecht zu halten. Die
Gesamtstruktur ist optimal ausbalanciert (Abb., rechts). Sobald die Segmente jedoch nicht mehr vertikal übereinander stehen
(Abb., links), müssen das fasziale Netzwerk und die Muskulatur den Körper stabilisieren. Kurzfristig sind es die Muskeln, die dann mit erhöhtem Energieaufwand ein hinreichendes
Gleichgewicht aufrechterhalten. Langfristig jedoch wird dies durch Verstärkungen und Verkürzungen in bestimmten Bindegewebsabschnitten und -schichten bewirkt.
Kennzeichnend für eine ungünstige Körperstruktur ist, daß der Körper ein System von Kompensationen aufbaut, um sich in einem - allerdings energieaufwendigen - Gleichgewicht zu halten.
Diese Kompensationen durch Kippungen und Rotationen der Segmente bedingen sich gegenseitig. Ein so oder anders aus dem Lot geratener Organismus kann sich nur unter erheblichem
Kraftaufwand gegen die Schwerkraft behaupten, oft begleitet von Verspannungen und Schmerzsymptomen, z.B. im Kreuz- oder Schulterbereich.
Ida Rolfs Beobachtung war, daß die meisten Menschen eine unausgewogene Körperstruktur aufweisen
Vielfältige Einflüsse können im Laufe des Lebens den Körper aus dem Gleichgewicht bringen. Verletzungen, Krankheiten, traumatische Erlebnisse, ungesunde Schuhe und Stühle, sozio-kulturell oder
familiär bedingte Haltungs- und Bewegungsformen, ein ungünstiger Gebrauch des Körpers in Sport und Arbeit usw. Unter dem ständigen Wirken der Schwerkraft überlagern und kombinieren sich alle diese
Einflüsse im Laufe der Lebensgeschichte zu strukturellen Mustern, d.h. die räumlichen und Spannungsverhältnisse im myofaszialen Gewebe verfestigen sich.
Es ist sinnvoll, die Struktur eines Menschen von seiner Haltung/ Bewegung abzugrenzen. Während sich die Haltung in erster Linie aus dem Tonus diverser Muskeln ergibt, wird die Struktur vor allem
durch die passive Eigenspannung aller mechanisch relevanten Bindegewebsmembranen (Muskelfaszien, Organumhüllungen, Sehnen, Bänder, Knochenhaut) hervorgerufen.
Körperhaltungen sind willentlich beeinflußbar und können schnell wechseln. Die Struktur ist der relativ stabile Bezugsrahmen hinter wechselnden Haltungen/Bewegungen. Sie gibt den Spielraum für die
Haltungen/Bewegungen vor. Struktur manifestiert sich in stabilen Beziehungen der Segmente untereinander oder der Teile eines Segments zueinander. Diese Beziehungen können von
Haltungsveränderungen lediglich überlagert werden. Über längere Zeiträume hinweg eingenommene Haltungs- und Bewegungsmuster können sich freilich zur Struktur verfestigen. Dies kann sogar bis zu
einer Veränderung des Skeletts (Knochenformen) gehen. Die Körperstruktur definiert aber nicht nur Bewegungsabläufe, liegt nicht nur eingenommenen
Haltungen zugrunde, sondern sie hat generell einen enormen Einfluß auf körperliches und seelisches Wohlbefinden.
Gelenke nutzen sich weniger ab, wenn sie frei beweglich sind und ihr Stoffwechsel nicht beeinträchtigt ist. Ungehinderte Atmung braucht ein flexibles Körpervolumen, innere Organe und
Nerven benötigen genügend Raum für optimales Funktionieren, ein gesunder Stoffwechsel braucht durchlässiges und flexibles Bindegewebe. Ein beweglicher Organismus fördert seelisch-geistige
Flexibilität, ein aufrechter Mensch erlebt seine Umwelt selbstbewußter, aufmerksamer und mit einem besseren Orientierungsvermögen. Weniger aufzuwendende Energie für Alltagsbewegungen bedeutet ein
Mehr an verfügbarer Lebensenergie. Für eine gut funktionierende Physiologie und eine gelassene Psyche ist eine ausgeglichene Körperstruktur allein zwar nicht ausreichend, aber eine notwendige Bedingung.
Merkmale einer optimalen Körperstruktur Im Folgenden einige Kennzeichen einer idealen Körperstruktur beim ruhig stehenden Menschen:
- Die Körpersegmente organisieren sich so um eine gedachte innere Vertikalachse herum, daß diese innere Achse annähernd mit der Schwerkraftlinie zusammenfällt. Die innere Linie ist ein
Organisationsprinzip, von dem die Bewegungen ausgehen und zu dem sie zurückkehren.
- Gleichgewicht zwischen Körpervorderseite und -rückseite. Vor und hinter einer gedachten seitlichen Linie durch die Schwerpunkte der einzelnen Körpersegmente sollte sich anähernd das gleiche Körpervolumen befinden.
- Spannungsgleichgewicht zwischen dem Gewebe von Streck- und Beugeseite des Körpers oder einzelner Körperteile. Eine Voraussetzung dafür ist die ausreichende Flexibilität und Elastizität
des myofaszialen Gewebes (= Binde- und Muskelgewebe).Wesentlich ist auch ein ausgeglichener Spannungszustand zwischen oberflächlichen und tieferen Schichten des Gewebes.
- Eine relative Symmetrie beider Körperhälften. Dies bedeutet ein annäherndes Glichgewicht beider Körperseiten, was freilich durchaus ein gewisses Maß an Asymmetrie beinhaltet. Denn
die Hälften sind im Innern organisch unterschiedlich aufgebaut. Auch das Faktum von Rechts- oder Linkshändigkeit schließt eine absolute Symmetrie aus.
- Im Zusammenhang mit dieser Balance der Körperhälften steht die waagerechte Anordnung der paarigen Gelenke beider Seiten: Sprung-, Knie-, Hüft-, Hand- und Ellbogengelenke, Schultern
und Bißebene der Kiefergelenke sollten sich auf jeweils horizontalen Ebenen befinden. Diese Horizontalen stehen senkrecht auf der zentralen Vertikalen, sie bilden mit ihr rechte Winkel. So
wie die Vertikale sich zur Erde im rechten Winkel befindet.
Merkmale ökonomischer Bewegung Diese zunächst recht statisch anmutenden Strukturprinzipien führen uns nun zu bestimmten dynamischen
Bewegungsprinzipien. Bei Struktur- und Bewegungsmustern des Menschen haben wir es mit einem dialektischen Wechselspiel von Form und Funktion, von Statik und Verhalten zu tun: Bewegungsmuster prägen Strukturmuster und umgekehrt. Wir können u.a. folgende Kennzeichen eines idealen Bewegungsablaufes definieren:
- Wenn man von einer ruhigen Haltung im Stehen oder Sitzen usw. ausgeht, bedeutet jede Bewegung eine „Störung“ des Gleichgewichts der Kräfte. 4) Daraus ergibt sich die Forderung,
diese „Störung“ minimal zu halten. Diejenige Bewegungsform, die das leistet und daher den geringsten Energieaufwand erfordert, ist die ökonomischste. 5
) Dieses Prinzip ist den folgenden übergeordnet.
- Bei jeder Bewegung wird ein Teil des Körpers vom Rest des Körpers weg oder zu ihm hin bewegt (Aktion). Der Rest des Körpers erfährt eine Massebeschleunigung in entgegengesetzter
Richtung als Reaktion auf die Bewegung. Ein Teil der Bewegungsenergie wird durch diese Reaktion intern neutralisiert. So wird beim Gehen der Impuls des nach vorne schwingenden
Beines, der das Gleichgewicht stört, durch das Zurückschwingen eines Armes z.T. neutralisiert. Ein Rest der Bewegungsenergie wird in die Erde abgeleitet und ist dort durch ,,Reibung“ ausbalanciert.
- Um den Energieaufwand zur Wahrung des Gleichgewichts minimal zu halten, sollte auch die für die Reaktion aufgewendete Energie minimal sein. Hierzu müssen bei der Bewegung alle Teile des
Körpers mit der beabsichtigten Bewegungsrichtung harmonieren, indem sie durchlässig - d.h. ohne Blockierung - für die Bewegungsenergie sind. Sonst arbeiten verschiedene Körperteile
gegeneinander statt miteinander. Ein Negativbeispiel: Ich strecke jemandem die Hand zur Begrüßung entgegen, ziehe dabei aber die Schultern nach oben und den Brustkorb zurück.
- Die Muskulatur kann in tiefe (= intrinsische) und äußere (= extrinsische) eingeteilt werden. Weil die extrinsischen Muskeln größere Hebel haben und weiter von den Gelenkachsen entfernt sind,
haben sie die Tendenz, den Körper zu stauchen und die Gelenkgeometrie zu stören. Die intrinsischen Muskeln tun dies weniger, sie halten vielmehr die Gelenke zentriert. Darüberhinaus
erfordert die Aktivität der intrinsischen Muskeln weniger Energie als die der extrinsischen.
- Deshalb wird Bewegung am besten zuerst von der tiefliegenden Muskulatur eingeleitet und dann erst von der äußeren Muskulatur aufgenommen. Die Bewegung geht also mehr vom Raum um
die innere Linie aus, besonders von Muskeln im Innern des Beckens und darüber. Die Bewegung kommt aus der Mitte des Menschen und übersetzt sich dann erst in Arme und Beine.
.
- Integrität der inneren Linie im Sinne eines dynamischen Gleichgewichts des Körpers. Wenn die innere Linie optimal ausbalanciert ist, gewährleistet dies,
daß die jeweils oberen Segmente bei jeder Bewegung eine ausreichende Unterstützung durch die darunter liegenden Segmente erfahren. Bei gehender Fortbewegung z.B. sollte sich der Schwerpunkt gleichmäßig
horizontal bewegen, also nicht übermäßig hin und her oder ruckartig. Bei Bewegungen auf der Stelle, wie z.B. beim faltenden Bücken (Abb.), sollte die innere Linie gleichmäßig und harmonisch, ohne Verkürzungen gebogen
sein. Der Körperschwerpunkt bewegt sich möglichst vertikal auf- und abwärts.
- Extensionsmodus (Ausdehnungsmodus) Bei der bislang in Medizin und Sport vorherrschenden Anschauungsweise sieht das Bewegung erzeugende muskuläre Zusammenspiel von Agonisten und Antagonisten meist so aus:
Bewegung wird primär initiiert durch eine Kontraktion (Tonuserhöhung) der Agonisten. Bei diesem Flexionsmodus sind die Antagonisten von
sekundärer Bedeutung, weil sie durch passive Verlängerung (Tonusherabsetzung) lediglich der Initiative der Agonisten folgen. Und tatsächlich ist dieser Bewegungsstil bei den meisten
Menschen vorherrschend. Die Praxis hat jedoch gezeigt, daß es eine andere Möglichkeit gibt, den Extensionsmodus. Bei diesem sieht der Ablauf von Bewegungsauslösung so aus: Das für die Initiierung
von Bewegung erforderliche Ungleichgewicht der Kräfte wird bewirkt durch eine selektive Entspannung (Tonusherabsetzung) der Antagonisten und der Muskulatur insgesamt.
Die Schwerkraft wirkt dabei verstärkend. Die Agonisten nehmen dann die Initiative der Antagonisten auf, verstärken sie durch geringstmöglichen Arbeitsaufwand und setzen die so begonnene Bewegung fort. Die Bewegungs
initiierung ist deshalb für einen ökonomischen Bewegungsablauf so wesentlich, weil entsprechend dem Trägheitsgesetz diese - wenn auch oft
sehr kurze - Phase im allgemeinen den größten Energieaufwand erfordert. Hinzu kommt, daß es sich schon zu Beginn einer Bewegung entscheidet, ob die Antigravitationsmuskeln reflexartig
übertonisiert werden oder nicht. Die elastische Kraft der Faszien spielt beim Extensionsmodus eine entscheidende Rolle. Durch eine Dehnung der Faszien auf der Antagonistenseite kann
nämlich die in den Faszien gespeicherte potentielle Energie in kinetische Energie umgewandelt werden.
- Alle Bewegung erfolgt im rechten Winkel. Für eine möglichst ökonomische Bewegung ist aber nicht allein der Modus der Bewegungsauslösung entscheidend, sondern auch die Frage,
welchen Weg die Bewegung nimmt. Energiesparend ist eine Bewegung im allgemeinen nur dann, wenn sie auch den kürzesten Weg vom Ausgangs- zum Endpunkt einer Bewegung(sphase) nimmt, weil: Energie = Kraft x Weg.
Alle beschriebenen Struktur- und Bewegungsprinzipien hängen selbstverständlich eng miteinander zusammen und beziehen sich aufeinander. Sie sind aus jahrzehntelanger praktischer Erfahrung
gewonnen worden. Mit ihrer Hilfe kann die Darstellung des Menschen in der ägyptischen Kunst untersucht werden. Anmerkungen
- Zu Dr.Ida Rolfs Leben und Werk siehe:
Rosemary Feitis, Einleitung zu: Ida Rolf, Rolfing im Überblick, Paderborn 1993
Rosemary Feitis / Louis Schultz
(Hrsg.), Remembering Ida Rolf, Berkeley und Boulder 1996 (zurück zum Text)
- Ich benutze im wesentlichen Newton’s Konzept von der Schwerkraft und der ihr entgegengesetzten Stützkraft. Mir ist sehr wohl bewußt, daß dieses Modell seit Einsteins
Allgemeiner Relativitätstheorie als weitgehend überholt angesehen wird.
Einstein beschrieb die Gravitation als Folge einer Krümmung des Raumes (genauer: des
Raum-Zeit-Kontinuums). D.h., durch die Verlangsamung der Zeit in der Nähe einer großen Masse (z.B. der Erde) beginnt die ursprünglich allein durch die Zeit gerichtete Bewegung eines
Objekts (z.B. eines Menschen) in Ruhelage sich allmählich auch durch den Raum gerichtet zu finden. Das Objekt kommt in einen anderen Teil des Raumzeit-Diagramms. In Erdnähe ist die
RaumZeit annähernd vertikal gekrümmt (die Zeit ist verlangsamt, die Geschwindigkeit erhöht). Die Theorie von Newton hat als Darstellung des „Spezialfalles“ (Einstein) irdischer
Gesetzmäßigkeiten ihre Bedeutung jedoch keineswegs verloren. Denn Berechnungen auf Grund der Einsteinschen Theorie wären viel aufwendiger als solche auf der Grundlage von Newton’s
Modell und in Bezug auf die praktische Anwendung unter irdischen Bedingungen von sehr geringer Aussagekraft. Ein Beispiel: Weiter oben wurde darauf hingewiesen, daß in Erdnähe die
Zeit verlangsamt ist, was zur Raumzeitkrümmung beiträgt. Nun ist aber die Geschwindigkeit der Zeit zu meinen Füßen lediglich rund 0,00000000000001 % geringer als die Geschwindigkeit der
Zeit in Höhe meines Kopfes. Eine offensichtlich zu vernachlässigende Größenordnung. Hinzu kommt, daß die Physiker bis heute keine Übersetzung der hier zur Debatte stehenden
Phänomene von Schwere, Leichtigkeit usw. in die Relativitätstheorie geleistet haben. Solange dies nicht geschehen ist, werden wir mit der - in der modernen Wissenschaftsgeschichte
durchaus nicht ungewöhnlichen – Tatsache leben müssen, daß wir uns bei der Beschreibung von erlebbaren Phänomenen eines Verständnisses und einer Sprache bedienen, welche nur in eingeschränktem Umfang Gültigkeit besitzen.
Um das Phänomen der Leichtigkeit zu erklären, postulierte Newton eine Stützkraft vom Boden her als Antigravitationskraft. Einstein ging ebenfalls vom Vorhandensein einer
Antigravitationskraft aus. Eine jüngst von Wissenschaftlern formulierte Hypothese, die auf kosmologischen Untersuchungen basiert, kommt zu dem Schluss, dass es im Kosmos eine noch
nicht bekannte Form der Materie oder eben jene Antigravitationskraft geben müsse. (Quelle: University of Arizona, Center for Astrophysics 27.10.98) An anderer Stelle
(Wahrnehmungsf¥higkeit...) werden wir ein Denkmodell kennenlernen, das auf der Annahme der Levitation als einer nichtmateriellen – der Schwerkraft entgegengesetzten - Wirksamkeit beruht (zurück zum Text)
- Zu Theorie und Praxis der Rolfing®-Methode der Strukturellen Integration siehe:
Ida Rolf, Rolfing. Rolfing, Strukturelle Integration. Wandel und Gleichgewicht der
Körperstruktur, München 1997
Ida Rolf, Rolfing im Überblick, Paderborn 1993
Hans Georg Brecklinghaus, Rolfing. Was es kann, wie es wirkt und wem es hilft, Freiburg 1999
Hans Georg Brecklinghaus, Strukturelle Integration (Rolfing), in: Naturheilverfahren, Hrsg. M.Bühring/ F.H.Kemper, Heidelberg 1995
Hans Flury, Die neue Leichtigkeit des Körpers, München 1995
(zurück zum Text)
- Natürlich ist auch „bewegungsloses“ Stehen in Wahrheit nicht bewegungslos, sondern erfordert ununterbrochen minimale Ausgleichsbewegungen, um das Gleichgewicht zu erhalten. Dennoch ist
es sinnvoll, zwischen statischer Körperposition und Bewegung zu unterscheiden. (zurück zum Text)
- Dr. Valerie Hunt
fand in einer Untersuchung heraus, daß Menschen nach der Rolfing-Behandlung der Strukturellen Integration ihre Muskeln beim Gehen, Aufstehen und
anderen Bewegungen kürzere Zeit und mit niedrigerem Tonus aktivierten als Unbehandelte. V.Hunt, A Study Of Structural Integration from Neuromuscular, Energy Field, and Emotional Approaches, Los Angeles 1977 (zurück zum Text)
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