Wahrnehmungs- und Ausdrucksfähigkeit der Künstler im alten Ägypten

    Nur das Ewige ist unverletzbar durch die Zeit. Soll ein
        Kunstwerk immer Bewunderung finden - so bedarf es
        einer Eingebung, die von jenseits des Himmels herabsteigt.

Simone Weil 1)

Übersinnliche Wahrnehmung und Menschenbild

Um zu verstehen, wie die Künstler die abzubildende Welt wahrgenommen haben, muß man wissen, welche hauptsächlichen Wesensanteile die alten Ägypter bei sich selbst wahrgenommen haben.

     Die folgende Übersicht gibt die wichtigsten Wesensanteile wieder, welche die Ägypter in ihrem Mensch-Sein unterschieden haben:

     Wesensanteile im ägyptischen Menschenbild:

     Chat: stofflicher Leib

     Ka : Lebenskraft, Träger von Fortpflanzung, Formbildung und Wachstum

     Ba: repräsentiert die Körperhaftigkeit der Seele (Instinkte, Sinnesempfindungen,
            Leidenschaften, Triebe)

     Ach: geistiges Urbild des Ba; unsterblicher geisterfüllter Seelenanteil

     Man beachte, daß die Ägypter demnach keinen Ich-Anteil in der Vorstellung über sich selbst bessaßen.

     Der Ka des Menschen wird in der Menschenkunde der Geisteswissenschaft Rudolf  Steiners „Ätherleib“, oder „Lebensleib“ bzw.  „Bildekräfteleib“ genannt. Steiner steht mit der Annahme eines solchen Wesensgliedes in einer Tradition abendländischen Denkens, die u.a. von Aristoteles über Paracelsus bis zu I.H. Fichte reicht. 2) Der Begriff (Äther)-„Leib“ sollte übrigens nicht als eine Art materieller Körper mißverstanden werden. Es handelt sich vielmehr um einen Hilfsbegriff, der Kräftewirksamkeiten übersinnlicher Natur beschreibt. Dies gilt auch für den „Seelenleib“ (R. Steiner), den die Ägypter Ba nannten.

     Wir wissen, daß der menschlichen Struktur des materiellen Körpers elektromagnetische Feldstrukturen entsprechen. Seit einigen Jahren spielt dieses bioelektrische Kommunikationssystem des Organismus in der biophysikalischen Forschung eine immer größere Rolle. Elektrische und magnetische Energie, von einigen Wissenschaftlern als materiell-energetische Derivate einer ätherischen Lebenskraft angenommen, fließen in einem rechten Winkel zueinander, z.B. die schwachen Elektronenströme entlang der Proteine des Bindegewebes, die in der chinesischen Medizin als Meridiane bekannt sind. Vielleicht besteht eine Analogie zwischen dieser von den Ägyptern geschauten Gesetzmäßigkeit und ihrer Betonung des rechten Winkels in der Menschendarstellung.

     Bei der Schilderung des physiologischen Wissens in der Heilkunde des alten Ägypten hatte ich darauf hingewiesen, dass die ägyptische Bezeichnung des Herzens als Sitz des Denkens (im Papyrus Ebers) vielleicht eine bestimmte Beziehung zwischen geistiger und physischer Ebene andeuten sollte (Was wußten... ). Es könnte, wenn wir entsprechenden Ausführungen Rudolf Steiners folgen, die Funktion des ätherischen Herzens als „unterbewußtem Wahrnehmungsorgan“ (R. Steiner) des Seelisch-Geistigen für das Physische gemeint sein. Diese ätherische Herzfunktion dient dazu, so Steiner, daß der geistige Mensch den irdischen Körper dauernd wahrnimmt, um den Leib als Grundlage für Seelisch-Geistiges bis in die Stoffwechselprozesse hinein zu gestalten. 3) Daß dies für die Ägypter von besonderer Bedeutung war, ist nicht verwunderlich, ging es doch bei ihrer Bewußtseinsentwicklung u.a. darum, sich in ihren physischen Körper einzuleben (Die Stellung...).

     Während heute, so Rudolf Steiner , Ätherleib (Ka) und Astralleib (Ba) fest an den physischen Leib (Chat) gebunden sind, war diese Verbindung der Leibesebenen bei den Ägyptern noch nicht so eng. Daher konnten Äther- und Astralleib den physischen Körper mehr beherrschen, was eine gleichsam natürliche Imagination und Inspiration möglich machte.

     Auf der anderen Seite stand der physische Leib für die Ägypter noch in inniger Verbindung mit den Kräften der Erde. Es gab im Bewußtsein keine Trennung zwischen Körper und Seele, zwischen Erde und Mensch.

     Die Ägypter stellten sich die Erde als gleichsam organisches Wesen vor, und die Kräfte der Erde wirkten in den Leib hinein durch ihre formbildenden Ätherkräfte. Wenn der Leib krank ist, so ist sein Verhältnis zur Erde gestört, da er ja aus ihren Elementen (vor allem aus Wasser, aber auch aus Erde, Luft und Wärme) genommen ist. Daher auch der hohe Stellenwert der körperlichen Reinigung durch das Element Wasser bei den Ägyptern.

     Der anthroposophische Kunstgeschichtler Ernst Uehli sagt: So wie das menschliche Bewußtsein im Laufe langer Zeiträume eine Veränderung durchgemacht habe, so habe auch das menschliche Auge als Sehorgan eine solche Veränderung erfahren. 4)

     Der vordere Teil des Auges, welcher die Sinneseindrücke empfange, sei zur Zeit des alten Ägypten bei den Menschen noch viel lebendiger gewesen, als dies später und heute der Fall ist. Das Auge war noch von Lebens- und Bildekräften durchzogen. Ein solches Auge empfand die in der Erscheinungswelt wirkenden Lebens- und Bildekräfte, also den Ätherleib lebendiger Wesen, mit. Der Schutzgott der Künstler war Ptah, Gott der schöpferischen Bildekräfte.

     Daher - und nicht etwa, weil sie der intellektuellen Abstraktion fähig gewesen wären - konnten die ägyptischen Kunstschöpfer noch das Wesenhafte des Menschen erkennen und in der Kunst zur Darstellung bringen.

     Je mehr und ausschließlicher sich der Mensch später, beginnend mit den Griechen, den äußeren Sinneseindrücken hingab, um diese in ihren Gesetzmäßigkeiten verstandesmäßig zu erkennen und dadurch auch technisch zu beherrschen, desto mehr zogen sich die Lebenskräfte in das hintere Auge zurück.

     Sollte Ernst Uehli recht haben, könnten die alten Ägypter - jedenfalls die Schöpfer der Kunst in der Anfangszeit - bei der Wahrnehmung des Menschen den formgebenden Ätherleib (Ka), als Grundlage der materiellen Körperstruktur erlebt haben.

Abb.: Der Ka des Pharao Horus Dachur, 13.Dynastie

     Diese Deutung wird noch erhärtet durch das Wort ,,Mkat“ (Ka mit m als Präfix) , was ,,Basis“ oder ,,Unterlage“ bedeutet; also einen Bauteil bezeichnet, der etwas zu tragen hat. Auch ein Verb, das aus Ka gebildet wird, nämlich ,,kawt“, hat die Bedeutung ,,tragen“, „hochheben“. Im Ka (Ätherleib) wurde also von den alten Ägyptern eine Kraftrichtung als wirksam erlebt, die der Erdenschwere entgegengerichtet ist. Die Haltung der beiden Ka-Arme (senkrecht nach oben) deutet in dieselbe Richtung (s.Abb.).

     Für die alten Ägypter war der menschliche Ka Teil eines kosmischen Ka.

     Wir finden zum Beispiel viele Darstellungen, wo der kosmische Ka die Sonne aus dem Dunkel der Nacht an den Tageshimmel emporhebt (!) und dadurch erscheinen lässt. 5) Der kosmische Ka wird also u.a. als Träger des Lichtes gedeutet.

     In Bezug auf die menschliche Aufrichtung hat für die alten Ägypter die Sonne eine vermittelnde Rolle gespielt zwischen kosmischem Ka und menschlichem Ka. Dies kommt in vielen Texten zum Ausdruck. So heißt es im Sonnengesang des Echnaton: ,,Am Morgen bist du aufgegangen am Horizont und bist strahlend als Sonne des Tages... Die Menschen sind erwacht und stehen auf den Füßen, du hast sie aufgerichtet.“ 6 )

     Wenn wir diesen Vorstellungen der Ägypter über den Zusammenhang zwischen Körperstruktur, menschlichem Ka, kosmischem Ka und der Sonne neuzeitliche Auffassungen gegenüberstellen, können wir auffällige Parallelen feststellen.

     Ida Rolf schrieb: Bei Lebewesen „mit zunehmenderr Herausbildung von Ordnung definiert sich eine strukturelle Organisation bezüglich Gravitation und Antigravitation, und diese grundlegende, in der Erde verwurzelte Polarität drückt sich im vertikalen Auftrieb aus... Die vertikale Ausrichtung des Menschen bringt einen energetischen Bezug zwischen Sonne und Erde zum Ausdruck....“ 7 ) Denn ,,durch seine vertikale Ausrichtung wird der Mensch zwei unterschiedlichen Energiesystemen ausgesetzt, und zwar dem System der Sonne und dem der Schwerkraft. Somit werden zwei verschiedene Grundbedürfnisse des Körpers befriedigt. Ein Körper ‘ernährt’ sich von Energie. Diese Art der ,Nahrung’ hat viele unterschiedliche Quellen. Wenn man sich der Energie des Sonnenlichts aussetzt, ergeben sich deutlich erkennbare Veränderungen in der chemischen Zusammensetzung des Blutes und der Zellen. Setzt man sich den positiven Auswirkungen der Schwerkraft aus (ungehinderte Aufrichtung ohne Blockaden), so ändert sich der Flüssigkeitsaustausch (und damit die chemische Zusammensetzung) in den Myofaszien und im mesodermalen Gewebe des gesamten Körpers.“ 8 )

     Ida Rolf nimmt also in Bezug auf Wachstum und Aufrichtung des Menschen einen „energetischen Bezug zwischen Sonne und Erde“ an, eine „polarisierte Vertikale“. In diesem Zusammenhang macht sie besonders auf die Wirkung aufmerksam, welche Sonne und Schwerkraft auf das Blut und die Körperflüssigkeiten haben, und zwar besonders im Hinblick auf das mesodermale Gewebe (Myofaszien usw.). Dieses mesodermale Gewebe hat Ida Rolf als das Organ der Struktur beim Menschen angesehen. Es ist in unserem Kontext wichtig festzuhalten, dass die sie die Antigravitation der Schwerkraft zuordnet und nicht der Sonne. Denn mit Antigravitation meint sie offensichtlich die Stützkraft vom Boden her, die durch die Schwerkraft hervorgerufen wird. Sie verbleibt hier also im Newton schen Denkmodell von Schwere und Leichte.

     In seinen humanphysiologischen Schriften und Vorträgen macht Rudolf Steiner zunächst ganz ähnliche Zusammenhänge geltend. Für ihn ist der Ätherleib/Bildekräfteleib wesentlich an der Gestaltbildung des Menschen beteiligt, vor allem die flüssigeren Anteile des Bindegewebes und das Blut. Als unterstes übersinnliches Wesensglied wirken die Formprinzipien des Bildekräfteleibs in den physischen „Ausfüllungsmaterialien“.

     Im Unterschied zu  Rolf gibt Steiner jedoch noch etwas zu bedenken. Nach seiner Auffassung, die von anthroposophisch orientierten Wissenschaftlern aufgegriffen und weitergeführt wurde, sind der Raum und alle Lebensprozesse von einer fundamentalen Polarität zwischen Ausdehnung und Zusammenziehung gekennzeichnet. Daher müsse das Konzept der Schwerkraft durch die zu ihr polare nichtphysikalische Kraft, die „Leichte“ (Levitation) ergänzt werden. 9) Die Leichte ist ein Ergebnis der Ätherkräfte, die als „negative Materie“ von der Peripherie des Kosmos her saugend und damit auf den Organismus ausdehnend wirken, während die „positive Materie“ drückend und zusammenziehend wirkt.

     Vor allem die flüssigeren Anteile des Bindegewebes und das Blut vermitteln auf- und absteigend im Körper zwischen den zusammenziehenden Erdkräften und den lösenden Ätherkräften, die vom Kosmos her einstrahlen. Neueste bio-physikalische Denkmodelle gehen ebenfalls davon aus, dass ein Auftriebs-Feld des Blutes zwischen der absteigenden Aorta und der aufsteigenden vena cava existiert, das durch einen Gegenstrom-Energieaustausch der Wassermoleküle im Blutplasma entsteht. Das Auftriebs-Feld (Leichte-Feld) reduziert demnach die Trägheit des venösen Blutes, erleichtert somit dessen Rückfluß zum Herzen. Die relative Leichtigkeit des Blutstroms durch die ebenfalls spiralig angeordneten myofaszialen Gewebestrukturen des Körpers macht den Organismus als Ganzes leichter. 10)

     Neben Bildekräfteleib und kosmischem Äther ist – so Steiner - ein drittes Element an der strukturellen Aufrichtung des Menschen beteiligt. In die Ätherkräfte, die von der unendlich fernen Raumesperipherie, aus einer Art „Gegenraum“ kommen, mischen sich die Astralkräfte der Sonne und anderer Planeten. Sie regen im Ätherischen die Bildekräfte an, welche die physische Form hervorbringen, und üben eine hebende, hinaufziehende Wirkung auf den Menschen aus. 11)

     Das Licht wird als die „negative Gravitation“ angesehen, es ist als Sonnenlicht astralen Ursprungs. Somit ist das Astralische in Form der Sonne das dritte, ausgleichende Element zwischen den Polen Schwere (Materie) und Leichte (Äther). Positive und negative Materialität durchdringen sich im Menschen, im Zusammenspiel zwischen physischem Leib und Lebensleib.

     Steiner ist heute näher bei modernen physikalischen Kosmologien, als es noch zu seiner Zeit den Anschein hatte. Nachdem zu Beginn des zwanzigsten Jahrhunderts die Vorstellung eines „Äther-Raumes“ von der Physik fallengelassen worden war, diskutieren namhafte Physiker und Biologen inzwischen wieder Vorstellungen von einem „Quantenäther“ oder von einem „morphogenetischen (=form-gebenden) Feld“ als Manifestation einer dahinterstehenden Lebensenergie. Erinnert sei auch an die jüngst von Wissenschaftlern formulierte Hypothese, dass es im Kosmos entweder eine noch nicht bekannte Form der Materie oder eine Antigravitationskraft geben müsse. Damit gelangt die moderne Physik in jenen Grenzbereich zwischen materiell verdichteter Welt und jener ätherischen Welt, von der der Ätherleib (Ka) des Menschen ein individualisierter Teil ist. 12)

     Zusammenfassend kann man sagen, dass die alten Ägypter in Bezug auf die Aufrichtung des Menschen in ihrer Kunst eine tiefe Einsicht in Zusammenhänge zum Ausruck brachten, die erst in unserer Zeit wieder in Umrissen sichtbar werden.

Sinnliche Wahrnehmung

Wie genau die Ägypter sinnliche Phänomene der Natur sowie deren übersinnliche Urphänomene beobachtet und wiedergegeben haben, können wir an Beispielen der Tierdarstellung belegen. Emma Brunner-Traut schreibt dazu: ,,Die vortreffliche Beobachtung der Fauna schlägt sich... nieder in der... bildlichen Darstellung der Tiere. Bei aller Abstraktion steht die Gestalt doch vollkommen da, mit einem einzigen Schwung prägnant und formensicher umrissen, determinierend abgegrenzt gegen den nächsten Verwandten, aber ohne das geringste überflüssige Detail. ... Nur der kann ein Tier so zeichnen, der ständig mit ihm umgeht und sich in sein Wesen einlebt... Der Höhepunkt der Tierdarstellung liegt unbestritten in den fast naturwissenschaftlich genau zu nennenden Bildern des Alten Reiches.“ 13)

     Diese Beurteilung läßt sich durchaus auf die Menschendarstellung der ägyptischen Künstler übertragen.

     Es gibt eine erhaltene Selbsteinschätzung durch einen der Künstler, die sich auf seine Fähigkeiten zur Beobachtung und Wiedergabe menschlicher Bewegung bezieht. Es handelt sich um den bereits erwähnten Oberbildhauer Irtisen aus dem Mittleren Reich. Auf seiner Stele sagt er von sich: ,,Ich kenne das Gehen einer Männergestalt und das Schreiten einer Frauenfigur; den ungestümen Lauf dessen, der einen Einzelfeind erschlägt...; das Heben des Arms von einem, der auf ein Nilpferd (die Harpune, d.Verf.) wirft; den Schritt eines Laufenden.“ 14 )

     Zusammenfassend kann man sagen: Im alten Ägypten waren das Gespür und ein intuitives Wissen von den formbildenden Lebenskräften des Menschen noch lebendig. Dies beinhaltete eine ganzheitliche Gestalt-Wahrnehmung und einen ausgeprägten Sinn für räumlich-strukturelle Beziehungen des Körpers. Soweit es die sinnengebundene Wahrnehmung angeht, so verfügten viele Künstler über eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe für Form und Bewegung in der Welt der Tiere und Menschen. Sie waren auch in der Lage, diese sinnliche Wahrnehmung gestalterisch umzusetzen.
   

Anmerkungen

1)  Simone Weil, Schwerkraft und Gnade, München 1981, S.230 (zurück zum Text)

2)  So sprach der griechische Philosoph Aristoteles von einer ,,vegetativen Seele“,
     die u.a. der Grund der Lebenswärme sei; in ihr liege das Prinzip der Zeugung
     wie der Ernährung. Ihrem Ursprung nach sei sie ein ätherischer Stoff, sie sei
     Teil des allgemeinen Äthers, der (neben den sichtbaren irdischen Elementen
     Feuer, Erde, Wasser und  Luft) das fünfte Element darstelle.

         Der bedeutende Arzt Paracelsus (1493-1541) nannte dieses Wesensglied
     den ,,Archeus“: ,,Er ist jene Kraft, welche die Dinge  hervorbringt“ und die ein
     jedes Lebewesen besitzt.

         Im 19.Jahrhundert unterschied Immanuel Hermann Fichte in seiner Anthro-
     pologie (§ 118/119) zwischen dem stofflichen Körper, der seine chemischen
     Elemente unablässig austausche, und dem Beharrenden, jenem einigenden Form-
     prinzip, das in den Stoffelementen des Körpers nicht gefunden werden könne.
     Das, was ,,zur Harmonie der äußeren Körpergestalt“ führe und diese Einheit
     aufrechterhalte, sei ,,der wahre, innere, unsichtbare, aber in aller sichtbaren Stoff-
     lichkeit gegenwärtige Leib“. Der stoffliche Körper sei der Effekt  oder das Nach-
     bild jener inneren Leiblichkeit.

     Zitate nach: Frank Teichmann , Der Ka - ein Wesensglied des Menschen in
     altägyptischer Auffassung, in: Die Drei. Zeitschrift für Wissenschaft, Kunst und
     soziales Leben 7/8, Stuttgart 1975, S.363 f.
(zurück zum Text)

3)  „Alle Organe werden in ihrer Form und Gestalt durch die Strömungen und Be-
     wegungen des Ätherleibes gehalten. Dem physischen Herzen liegt ein ‚Ätherherz’
     zugrunde,... Es ist eben der Ätherleib in sich geliedert wie der physische, nur
     komplizierter, und es ist in  ihm alles in lebendigem Durcheinanderfliessen, wo
     im physischen Leibe abgesonderte Teile vorhanden sind.“ (Rudolf Steiner,
     Die Geheimwissenschaft im Umriss, Dornach 1993 (1 1910), S.57 f.)

     Siehe auch: Olaf Koob, Gesundheit. Krankheit. Heilung. Grundbegriffe einer
     menschengemäßen Heilkunst in der Anthroposophie Rudolf Steiners, S.77 ff.

         Ein zusätzliches Licht auf die altägyptische Sichtweise werfen auch neuere
     Forschungen zur elektrischen Herzaktivität. Danach ist das Herz die größte
     Quelle elektrischer Energie im Körper. Die elektromagnetischen Felder des
     Herzens kontrollieren wahrscheinlich viel von dem, was man bislang als Auf-
     gabenbereich höherer Hirnfunktionen ansah. Trifft dies zu, so kann man das
     Herz als „Meister-Drüse“ ansprechen, wie es die chinesische Medizin seit
     Jahrhunderten tut. (Quelle: Daniel Winter, Heart Intelligence and DNA
     Programming, Boulder o.J.)
(zurück zum Text)

4)  Ernst Uehli , Kultur und Kunst Ägyptens, Dornach 1975, S.327-332 und
     337 ff.
(zurück zum Text)

5)  Wolfhart Westendorf, Altägyptische Darstellungen des Sonnenlaufs,
     Berlin 1966, S.65
(zurück zum Text)

6)  Zitiert nach: Ingeborg Clarus: Du stirbst, damit du lebst. Die Mythologie der
     alten Ägypter in tiefenpsychologischer Sicht, Fellbach 1980
(zurück zum Text)

7)  Ida Rolf, Rolfing. Strukturelle Integration, München 1997, S.305 f.
    
(zurück zum Text)

8)  Ebenda, S.302 f. (zurück zum Text)

9)  Manche Behauptung, die heutzutage als eine selbstverständliche hingenommen
     wird, ist relativ neu und in Wirklichkeit erst in einem bestimmten geschichtlichen
     Augenblick aufgestellt worden. Solches gilt für die Ansicht, dass es zur Schwer-
     kraft keinerlei gegensätzliche Kraft gebe. Diese wurde festgeschrieben durch die
     Veröffentlichung  „Contra Levitatem“ der Accademia del Cimento in Florenz
     zwischen 1657 und 1667. In dieser Erklärung hieß es, dass das Konzept der
     „Levitas“ in wissenschaftlichen Überlegungen keine Rolle mehr spielen dürfe.

     Siehe hierzu: Ernst Lehrs, Mensch und Materie, Frankfurt/M. 1987,
     besonders S.167
(zurück zum Text)

10)  Siehe hierzu: James L. Oschman / Nora H. Oschman , Gravity,
       Lift and Inertia. Part 2, in: Rolf Lines, Boulder/Co. (USA), April
       1998, S.10 ff.
(zurück zum Text)

11)  Das Konzept eines „Gegenraumes“ ist ursprünglich von der „projektiven
       Geometrie“ entwickelt worden. Die Idee eines solchen  nicht-euklidischen
       Raumes hat keinen beweisenden Charakter, aber sie fördert das Verständ-
       nis für einen Raum negativer Materie. Die Begründer der projektiven Geo-
       metrie waren die Mathematiker  Janos Bólyai (1802-1860), Carl
       Friedrich Gauß
(1777-1855) und Bernhard Riemann (1826-1866).
       Deren Arbeit hat heutige  Mathematiker und Physiker darin bestärkt, in der
       geschildertenBlock Richtung zu forschen.

       Siehe hierzu:

       Louis Locher-Ernst: Raum und Gegenraum. Einführung in die neu-
       ere Geometrie, Dornach 1970

       George Adams: Von dem ätherischen Raum, Stuttgart 1981 (zurück zum Text)

12)  Eine Zusammenfassung des aktuellen Forschungsstandes und wei-
       terführende Literatur finden sich bei:

       Marco Bischof: Biophotonen. Das Licht in unseren Zellen, Frankfurt/M. 1995

       George Adams, Von dem aetherischen Raum, Stuttgart 1981

       Herbert Fröhlich (Hrsg.), Biologische Kohärenz und Reaktion
       auf externe Stimuli, Berlin-Heidelberg-New York 1988

       James L.Oschman, Readings on the Scientific Basis of Bodywork,
       Woods Hole, MA (USA), 1993

       James L.Oschman / Nora H.Oschman, Continuum in Natural Systems, in:
       Guild For Structural Integration, Winter 1995, S.30 ff.
(zurück zum Text)

13)  E.Brunner-Traut, Die alten Ägypter, a.a.O., S.36 ff. (zurück zum Text)

14)  Zitiert nach: Wolfgang Schenkel , Memphis. Herakleopolis. Theben,
       in: Ägyptologische Abhandlungen, Wiesbaden 12/1965
(zurück zurm Text)

 

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